Information Corona Nr. 92 vom 18.11.2021

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

mit der heutigen Corona-Info möchte ich Sie u.a. über die Absage des diesjährigen Weihnachtsmarktes informierten, auf die Regelungen der Überlastungsstufe hinweisen und auf einen wichtigen Appell der Elblandkliniken aufmerksam machen.

1. Infektionsgeschehen

Wie Sie vielleicht bereits der Presse entnehmen konnten, hatte der Landkreis Meißen gestern den traurigen Spitzenplatz mit der bundesweit höchsten Inzidenz eingenommen. Dieses zweilfelhafte Privileg wurde uns bereits in der dritten Welle zeitweise zu teil. Am heutigen Tag liegt die Inzidenz bei 1.248,9, was dem vierhöchsten Wert im Bundesgebiet entspricht.

Im Landkreis Meißen sind aktuell 4.861 aktive Fälle bekannt. Aktuell verdoppelt sich die Anzahl der Infizierten alle 10 Tage. Seit Beginn der Pandemie sind im Landkreis 660 Menschen verstorben.

In der Stadt Nossen sind aktuell 197 mit dem Coronavirus infizierte Personen bekannt. Dies stellt ebenfalls einen Rekordwert dar.

Aufgrund der dramatischen Situation im Landkreis erwägt der Landrat die Auslösung des Katastrophenvoralarms. Hier finden Sie die Pressemitteilung des Landratsamtes vom heutigen Tag:

Landkreis Meißen - Dramatische Corona-Situation im Landkreis Meißen – Landrat Ralf Hänsel überlegt, Katastrophenvoralarm auszulösen – Elblandkliniken suchen personelle Unterstützung (kreis-meissen.org)

Die täglich aktualisierten Zahlen finden Sie auf der Seite des Gesundheitsamtes:

Landkreis Meißen - Coronavirus - Statistiken (kreis-meissen.org)

2. Elblandkliniken suchen dringend personelle Unterstützung – Landrat erwägt Katastrophenvoralarm

Teilen möchte ich den Aufruf des Vorstands der Elblandkliniken. Das Klinikum ist auf der dringenden Suche nach Pflegepersonal. Die Situation hat sich aufgrund der beschriebenen Entwicklung des Infektionsgeschehens deutlich schneller verschärft, als dies ohnehin schon erwartet wurde. Personen, die idealerweise über medizinische Vorkenntnisse verfügen und/oder bereits Erfahrungen bei der Arbeit in Kliniken haben sowie für einen Zeitraum von mehr als ein paar Tagen zur Verfügung stehen könnten, werden gebeten, sich bei den Elblandkliniken zu melden. Für eine Kontaktaufnahme stehen die Sekretariate der Verwaltungsdirektion an den drei Standorten bereit:

Standort Meißen: Telefon - 03521 7431201

Standort Radebeul: Telefon - 0351 8333200

Standort Riesa: Telefon - 03525 753013

3. Wirksamwerden der Regelungen zur Überlastungsstufe

Ab Freitag, dem 19.11.2021, gelten aufgrund der angespannten Situation in den sächsischen Krankenhäusern die Regelungen der Überlastungsstufe nach § 9 der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Damit wird die 2G-Regel ausgeweitet und greift nun für:

  • den Zugang zur Innengastronomie,
  • die Teilnahme an Veranstaltungen und Festen in Innenräumen,
  • die Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen und Prostitution,
  • den Sport im Innenbereich,
  • den Zugang zu Hallenbädern und Saunen aller Art,
  • den Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Innenbereich,
  • den Zugang zu Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen im Innenbereich,
  • die Teilnahme an touristischen Bahn- und Busfahrten, auch im Gelegenheits- und Linienverkehr,
  • den Zugang zu Diskotheken, Clubs und Bars im Innenbereich,
  • die Beherbergung, einschließlich der Einrichtungen und Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienerholung gemäß § 11 Absatz 3 Nummer 5 und § 16 Absatz 2 Nummer 3 des Achten Buches Sozialgesetzbuch, bei Anreise sowie
  • den Zugang zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen der Integrationskurse, Hochschulen, der Berufsakademie Sachsen, Aus-, Fort- und Weiterbildungs- und Erwachsenenbildungseinrichtungen, sowie ähnlichen Einrichtungen, Volkshochschulen, Kunst-, Musik- und Tanzschulen im Innenbereich.

Für touristische Übernachtungen gilt ebenfalls die 2G-Regelung.

Stärker reglementiert werden auch Treffen im privaten Bereich. Über den eigenen Hausstand (einschließlich der Lebenspartner und Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht) hinaus sind Zusammenkünfte nur noch mit einer weiteren Person zulässig. Personen unter 16 Jahren sowie Geimpfte und Genesene werden nicht eingerechnet.

Anzumerken ist, dass es sich bei den vorgenannten Regelungen um eine Momentaufnahme handelt, da schon am Montag eine überarbeitete Corona-Schutz-Verordnung in Kraft treten soll. Der Entwurf liegt mir aktuell jedoch noch nicht vor. Bereits am Dienstag wurde bekannt, dass ab Montag die 2G-Pflicht auch im Einzelhandel greifen soll (außer in Läden der Grundversorgung).

4. Absage des Weihnachtsmarktes, des Pyramidenanschiebens und der städtisch organisierten Seniorenweihnachtsfeiern

Wie bereits in der vergangenen Ratssitzung angekündigt, haben wir uns entschieden, auch den diesjährigen Weihnachtsmarkt abzusagen. Wir waren mit einem neuen Konzept in die Planung gestartet, dass eine Entzerrung des Weihnachtsmarktes vorsah. Aufgrund des momentan eskalierenden Infektionsgeschehens, kann ich aber auch diesen Ansatz nicht weiter vertreten. Der Weihnachtsmarkt wird – egal wie er organisiert und aufgebaut ist – immer zu erhöhten Kontakten führen, da er zum Verweilen und Plaudern einlädt. Dies kann ich in Zeiten, in denen wir den Kollaps unserer Krankenhäuser befürchten müssen, nicht guten Gewissens verantworten. Mir ist bewusst, dass viele Bürgerinnen und Bürger enttäuscht sind, dass auch dieses Jahr kein Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Auch in der Stadtverwaltung haben wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und sind enttäuscht, dass unsere Hoffnung auf einen beherrschbaren „Corona-Winter“ so bitter zerstört wurde. Die Durchführung eines Weihnachtsmarktes unter Anwendung der 2G-Regelungen, wie sie voraussichtlich ab Montag größenunabhängig gelten werden, ist nicht praktisch umsetzbar und aus meiner Sicht auch nicht zielführend.

Nach Rücksprache mit dem Gewerbeverein wird auch das Pyramidenanschieben nicht stattfinden. Natürlich wird die Pyramide aufgebaut und in der Adventszeit den Untermarkt schmücken. Die dazugehörige Veranstaltung wird aber auch dieses Jahr ausfallen.

Ebenfalls nicht stattfinden können die städtisch organisierten Seniorenweihnachtsfeiern im Sachsenhof. Diese Entscheidung ist natürlich mit dem Pandemiegeschehen, aber auch mit der geringen Anmeldung begründet. Nach aktuellem Kenntnisstand wird auch die Veranstaltung in Wendischbora nicht stattfinden.

Bleiben Sie gesund.

Ihr Bürgermeister
Christian Bartusch

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